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Ronald Hartwig's Datenverarbeitungen

Reviews für den Standard

Edwyn Collins, Bob Mould, Pixies (Juni/Juli 1989)


EDWYN COLLINS
Hope & Despair

Viel Zeit ist seit der letzten Orange-Juice-LP verstrichen. Vielleicht hab Edwyn Collins auch nur auf die idealen Produktionsbedingungen gewartet. Auf Hope & Despair scheint er sie vorgefunden zu haben. Eine ideale Begleitband im Rücken (die meisten Musiker waren schon bei seinen beiden Wien-Konzerten dabei), zieht er alle Register seines Könnens. Wie kein Zweiter versteht Edwyn Collins es, den Love-Songs ihren Überschwang zu erhalten, ohne ins Prätentiöse abzugleiten. Ein fast schon “klassisch” zu nennender Songwriter, der einem simplen Popsong ungeahnte Tiefen abgewinnen kann.

BOB MOULD
Workbook

Wer hätten gedacht, was für zartbesaitete Menschen Hüsker Dü wirklich sind! Nachdem Grant Harts erste Solo-Maxi bereits eine recht beschauliche Angelegenheit war, beschert uns Sänger/Songwriter/Gitarrist Bob Mould mit Workbook ein Album voller akustischer Gitarren, Streichern und Mandolinen. nur ab und zu erinnert ein Riff an die Schärfe Hüsker Düs. Eine sehr persönliche Platte, eren wahre Qualität man vielleicht erst in fünf, zehn Jahren abschätzen kann.

THE PIXIES
Doolittle

zurecht wird diese Band derzeit mit allem Lob überhäuft, das man einer rock-Band zugestehen kann. Die Pixies betrachten Rockmusik als ein Puzzle, das es zu zerschlagen und vorsätzlich falsch zusammenzusetzen gilt. Momente von Spannung, Wärme und Energie wechseln einander ab und lassen Langeweile kaum zu. Black Francis breitet vor uns ein kleines surreales Universum aus, doch seine himmelsfahrtenenden immer damit daß er sich am Boden der Realität quietschend einbremst. Die Bremsspur ist Doolittle, das seinem Vorgänger Surfer Rosa um nichts nachsteht.